Ressourcen
Ein Glossar für die Automatisierung in der regulierten Schweizer Finanzbranche.
Verständliche Definitionen der Reporting-, Regulierungs- und KI-Begriffe, die wir auf der Website verwenden.
- FINMA-konforme KI
- KI, die zu den Erwartungen gebaut ist, unter denen ein FINMA-reguliertes Institut arbeitet: Daten mit Schweizer Datenhaltung, ein revisionssicherer Nachweis jedes Schritts, der einen regulierten Prozess beeinflusst, und ein Mensch, der die Freigabe verantwortet. Es ist eine Konfiguration, kein Produktlabel.
- Factsheet-Automatisierung
- Die automatisierte Erstellung von Fonds-Factsheets (den periodischen ein- bis zweiseitigen Zusammenfassungen von Performance, Holdings und Kerndaten eines Fonds) aus einem stabilen Template und aktualisierten Daten, anstelle eines manuellen, mehrtägigen Produktionszyklus.
- Anlagestiftung
- Ein Schweizer Anlagevehikel der beruflichen Vorsorge, das Vermögen von Pensionskassen über Anlagegruppen bündelt. Anlagestiftungen führen regelmässige Reporting-Zyklen über viele Anlagegruppen und werden entsprechend beaufsichtigt.
- Fondsleitung
- Eine FINMA-lizenzierte Gesellschaft, die Schweizer kollektive Kapitalanlagen verwaltet, verantwortlich für Fondsbuchhaltung, Bewertung und Investoren-Reporting.
- Vermögensverwalter
- Ein Unternehmen, das Portfolios im Auftrag von Kunden verwaltet. In der Schweiz unterstehen Vermögensverwalter der FINMA-Aufsicht und tragen Reporting- und Offenlegungspflichten.
- Eigenes vs. ausgelagertes Reporting
- Eigenes Reporting lebt in der eigenen Umgebung des Instituts, auf Tools, die es lizenziert, und lässt sich ohne Anbieter betreiben und ändern. Ausgelagertes Reporting ist eine Drittplattform, die die Reports gegen eine laufende Gebühr erstellt und die Kontrolle über Daten und Format behält.
- Datenhaltung in der Schweiz
- Daten physisch und rechtlich innerhalb der Schweiz zu halten. Für regulierte Institute schränkt dies ein, wo KI- und Reporting-Systeme Daten verarbeiten und speichern dürfen.
- Performance-Reporting
- Die Berechnung und Darstellung der Renditen eines Fonds über definierte Zeiträume, inklusive Benchmarks und Attribution, für Investoren und Regulatoren.
- Net-Asset-Value- (NAV-) Reporting
- Das Reporting des Nettoinventarwerts eines Fonds (des Werts seiner Aktiven abzüglich Verbindlichkeiten, je Anteil), der Factsheets, Performance-Zahlen und Investorenauszügen zugrunde liegt.
- ESG-Reporting
- Die Aggregation und Offenlegung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kennzahlen für einen Fonds oder ein Portfolio, zunehmend zusätzlich zum Finanzreporting verlangt.
- KI-Assessment (Standortbestimmung)
- Eine strukturierte Analyse der Workflows eines Instituts, die identifiziert, wo sich KI und Automatisierung lohnen, geliefert als priorisierte Roadmap, die in produktiven Systemen endet.
- KI-Beratung & Assessment
- Eine strukturierte Analyse der Workflows eines Finanzunternehmens, die eine priorisierte Automatisierungs-Roadmap liefert: welche manuelle Arbeit sich zu automatisieren lohnt, was sie heute kostet und in welcher Reihenfolge sie angegangen werden sollte. Der universelle Einstieg in ein KI-Projekt.
- Speed-to-Lead
- Die Zeit zwischen dem Eingang eines neuen Leads und dem Erstkontakt. Eine Antwort innerhalb von Minuten statt Stunden erhöht die Konversion messbar, weshalb Finanzvertriebsteams die erste Reaktion automatisieren.
- Lead-Reaktivierung
- Die systematische Neuansprache ruhender CRM-Kontakte (frühere Anfragen, nicht konvertierte Offerten, abgesprungene Kunden) mit Compliance-geprüfter Ansprache, die aus einer bereits bezahlten Datenbank eine zweite Pipeline-Quelle macht.
- Reporting-Pipeline
- Die durchgängige Kette von den Quelldaten bis zum fertigen Report (Integration, Berechnung, Template und geplanter Output), einmal gebaut und automatisch betrieben.
- Anteilsklasse
- Eine Variante desselben Fonds, die sich in Gebührenstruktur, Währung, Ausschüttungspolitik oder Mindestanlage unterscheidet, während das zugrunde liegende Portfolio identisch bleibt. Jede Anteilsklasse hat einen eigenen NAV, eine eigene TER und meist ein eigenes Factsheet, weshalb ein Fonds mit wenigen Klassen seinen Reporting-Aufwand still vervielfacht.
- KGAST
- Die Konferenz der Geschäftsführer von Anlagestiftungen, der Fachverband der Schweizer Anlagestiftungen. Seine Richtlinien standardisieren unter anderem, wie Anlagegruppen Performance berechnen und ausweisen, damit die Zahlen zwischen Stiftungen vergleichbar sind. Das Reporting einer Anlagestiftung wird üblicherweise entlang dieser Vorgaben aufgebaut.
- Anlagegruppe
- Die einzelnen gepoolten Portfolios innerhalb einer Anlagestiftung, jede mit eigenen Anlagerichtlinien, eigenem NAV und eigener Performance-Historie, vergleichbar mit einem Fonds unter einem Umbrella. Pensionskassen investieren in Anlagegruppen, nicht in die Stiftung selbst, und jede Gruppe durchläuft ihren eigenen Reporting-Zyklus.
- Standortbestimmung
- Eine strukturierte Bestandsaufnahme, wo ein Institut tatsächlich steht, bevor es sich auf eine Richtung festlegt. Auf KI und Automatisierung angewendet, erfasst sie bestehende Workflows, Datenflüsse und manuellen Aufwand und liefert eine priorisierte Sicht darauf, was sich zuerst zu automatisieren lohnt. Im regulierten Schweizer Umfeld ist dies der übliche Begriff für diese Übung, weil er ohne aufsichtsrechtliche Nebenbedeutung auskommt.
- Revisionssicheres Reporting
- Reporting, bei dem sich jede publizierte Zahl bis zu Quelldaten, Berechnung und Version zurückverfolgen lässt: wer was wann auf welchem Datenstand geändert hat. Für FINMA-regulierte Institute ist diese Nachvollziehbarkeit die Eigenschaft, die einen automatisierten Report vor Revisionsstelle und Aufsicht bestehen lässt; sie ist eine Eigenschaft der Pipeline, nicht eines Dokumentformats.
- Fondsbuchhaltung
- Die Buchführung eines Fonds: Transaktionen verbuchen, Positionen bewerten, Erträge und Aufwände abgrenzen und den NAV je Anteil berechnen. Die Fondsbuchhaltung ist das führende System, aus dem das meiste Reporting schöpft; Factsheets, Performance-Zahlen und Investorenauszüge liegen stromabwärts, ihre Datenqualität setzt darum die Obergrenze für alles Publizierte.
- Total Expense Ratio (TER)
- Die gesamten Betriebskosten eines Fonds über eine Periode, ausgedrückt als Prozentsatz des durchschnittlichen Nettovermögens. Die TER erscheint auf Factsheets und in Fondsdokumenten und wird nach publizierten Branchenstandards berechnet, damit Kosten zwischen Fonds vergleichbar sind. Weil sie von Abgrenzungen aus der Fondsbuchhaltung abhängt, gehört sie zu den Zahlen, die eine Reporting-Pipeline jede Periode neu berechnet.
- Kollektive Kapitalanlagen
- Gepoolte Anlagevehikel, Fonds im weiteren Sinn, die in der Schweiz dem Kollektivanlagengesetz (KAG) unterstehen und von der FINMA beaufsichtigt werden. Die rechtliche Einordnung bestimmt, wer ein Vehikel verwalten darf, was darüber publiziert werden muss und wie oft; die meisten Schweizer Reporting-Pflichten für Fonds leiten sich daraus ab.
- BVV 2
- Die Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, deren Anlagevorschriften die Kategorien und Grenzen definieren, innerhalb derer Vorsorgevermögen angelegt werden darf. Das Reporting an Pensionskassen und innerhalb von Anlagestiftungen weist Allokationen üblicherweise entlang der BVV-2-Kategorien aus, womit diese Klassifizierungslogik Teil der Reporting-Pipeline selbst wird.
- Publikationspflichten
- Die Offenlegungspflichten eines regulierten Fonds: Prospekte und Basisinformationsblätter, Jahres- und Halbjahresberichte sowie die laufende Publikation von Preisen und wesentlichen Änderungen, jeweils in vorgeschriebener Form und über vorgeschriebene Kanäle. Sie definieren den fixen Kalender, den ein Reporting-Betrieb einhalten muss, unabhängig von der Teamgrösse.
- Performance-Attribution
- Die Zerlegung der Rendite eines Portfolios relativ zur Benchmark in die Entscheidungen, die sie erzeugt haben, typischerweise Allokations-, Selektions- und Währungseffekte. Die Attribution macht aus einer einzelnen Performance-Zahl eine Erklärung; weil sie Bestände, Benchmark- und Währungsdaten kombiniert, gehört sie zu den datenintensivsten Abschnitten eines periodischen Reports.
- Anlagerichtlinien
- Die verbindlichen Regeln dafür, was ein Fonds, eine Anlagegruppe oder ein Mandat halten darf: zulässige Instrumente, Qualitätsanforderungen und Konzentrationsgrenzen. Die Einhaltung wird laufend geprüft und periodisch rapportiert; eine Verletzung muss sichtbar, datiert und erklärt sein, was die Überwachung der Richtlinien zu einem naheliegenden Kandidaten für automatisierte Prüfungen macht.
- AMAS-Richtlinien
- Selbstregulierungs-Richtlinien der Asset Management Association Switzerland, von denen mehrere von der FINMA als Mindeststandard für die Schweizer Fondsbranche anerkannt sind, unter anderem dazu, wie Kennzahlen wie die TER berechnet und wie Fondsdaten dargestellt werden. Von Reports für den Schweizer Markt wird erwartet, dass sie diesen Konventionen selbstverständlich folgen.
- Reporting-Stichtag
- Das Referenzdatum, per das jede Zahl eines Reports gezogen wird, typischerweise Monats-, Quartals- oder Jahresende. Alle Quellen, die in den Report einfliessen, müssen per diesen Stichtag konsistent sein; ein grosser Teil des Abstimmungsaufwands im manuellen Reporting entfällt darauf, unterschiedlich getaktete Daten auf einen Stichtag zu bringen.
- Datenlieferkette
- Die Kette der Quellen, von denen ein Report abhängt — Depotbank-Auszüge, Extrakte aus der Fondsbuchhaltung, Markt- und Benchmark-Daten, ESG-Feeds — und die Übergaben dazwischen. Jede Übergabe ist ein Punkt, an dem Verzögerung oder Fehler entstehen können; einen Report zu automatisieren heisst zu einem grossen Teil, diese Kette zu formalisieren, damit jeder Input validiert, termingerecht und in bekanntem Format eintrifft.
